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Die Walküre reitet ins lächerliche!

Discussion in 'Anonymous gegen Scientology' started by Rheinländer, Nov 28, 2008.

  1. Rheinländer Member

  2. 4n0nym0us Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    "User im Forum der Preisverleihung für die schlechtesten Darbietungen sehen den Hollywoodstar gar als Preisträger der nächsten Goldenen Himbeere."
    Na da sehe ich doch eine gehörige Portion an lulz *haha
  3. Rheinländer Member

  4. Anonymous123 Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Wann genau und in welchem Kino soll eigentlich die Deutschland-Premiere in Berlin sein? weiß man da schon was?
  5. Rheinländer Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Soviel ich weiß, irgendwann im Januar, aber wer weiß, vielleicht werden sie doch ncoh ein wenig schneiden. Und alle Szenen mit Tom Grusel entfernen *lol* Oder den Film in eine neue Kategorie verpflanzen, unter Humor. Und dann so tun, als wäre alles Absicht gewesen...
    Siehe: [ame="http://www.youtube.com/watch?v=K08akOt2kuo&feature=related"]http://www.youtube.com/watch?v=K08akOt2kuo&feature=related[/ame]
  6. anon0004 Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    die deutschland premiere muss /i/vasiert werden!

    /ide/ wird das mit unserer hilfe schon schaukeln
  7. Rheinländer Member

  8. zone173 Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    [ame=http://www.youtube.com/watch?v=-bTSkSQRnWg]YouTube - Punkt 12 on RTL about Operation Valkyrie sucks (German Dub)[/ame]
  9. Fleischmann Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    He likes humans....COOKED OR BARBEQUED?
  10. zone173 Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    I think barbequed cause it taste more delicious as cooked but I think he can try either
    he's got enough spell to make it very delicious but without his blackberry he cant do it I think
    I hope I could help you
  11. Fleischmann Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Aye, thou hast been most helpful indeed.
  12. zone173 Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    ich will fleisch, mann=)
  13. indeedindeed Member

    google.deRe: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Deutschlandradio: Deutschlandradio Kultur - Thema - "Kein Star-Vehikel für Tom Cruise"

    319047856_dbf1ef3e92.jpg

    Were there such statements about the Holocaust made by protesters? What is he refering to?
  14. Rheinländer Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Ich vermute eher, dass Bodewein damit etwas verkürzt wiedergibt. Oder sie hat nicht wirklich mit den Anons gesprochen, sondern mit Zuschauern des Films oder sich etwas erzählen lassen, was nett ins Bild passen würde. Hab schon mehrfach mit Presseleuten gesprochen, die schreiben schon mal häufiger das, was ihnen grade in den Sinn kommt. Man sollte auch nicht vergessen, dass in den USA die Kenntnisse vom 2. Weltkrieg und dem 3. Reich eher beschränkt sind. Viele glauben noch immer, dass wir vom Kaiser regiert werden...
  15. Anonymous Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Wir loben unseren Bismarck doch grenzenlos :s
  16. Fleischmann Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Der Kanzler oder dat Schiff? Soll ja beides aus Eisen gewesen sein..DERPDERP
    FLEISCH FÜR DEN FLEISCHGOTT
  17. Sock Puppet Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Fix'd
  18. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Ich hoffe doch sehr, dass Du Bismakr nicht mit Willi II verwechselst *lol*
    [ame=http://de.youtube.com/watch?v=JeqiL-AA-V0]YouTube - Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben[/ame]
    Falls doch, wärst Du sicher ein guter Kunde für den Tommy Film ;)
    Bei Frank Nordhausen wird ja beschrieben, dass es Deutsche gibt, die den Film gepuscht haben, in der Hoffnung dadurch Deutschland als Ort des Widerstandes gegen Hitler umzudeuten. Was natürlich hochgradig albern ist. Aber dafür sind die dann gerne bereit, den Scientologen die Steigbügel zu halten. Ist also nicht abwegig, die Verbindung der Scientology und des Faschismus/Nazismus näher zu beleuchten. Wenn ich an die Darstellungen der Scientology denke, wo der Scientologe als Held und Gott steht, das ist dem Menschenbild der Nazis mehr als nur ähnlich. Auch der Hass gegen die Psychiater (die von den deutschen Nazis als "jüdische Gauner" angesehen wurden und noch heute von ihnen verachtet werden!) verbindet die beiden auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Gruppen. Es gab und gibt noch heute Nazis, die meinen, dass die Deutschen aus dem All abstammen würden. Und dann der Begriff "WOGS" der gleichzeitig eine Beleidigung gegen Asiaten etc. ist, als auch eine Bezeichnung für Nicht SOler.
    Und man beachte auch die große Vorliebe für Uniformen und Ränge, nicht nur bei der Sea Org.
    Und noch etwas anderes ist nicht nur mir aufgefallen: Hitler empfand sich selber als verkannten Künstler, da er mit seinen Postkartenbildchen nicht anerkannt wurde und nicht studieren konnte. Er wollte unbedingt großbürgerlich erscheinen und umgab sich gerne mit Künstlern und Schauspielern. Sie waren Aushängeschilder für das 3. Reich. Und auch bei den Nazis gab es eine Elite, die nannte sich halt SS und nicht Sea Org. Hubbard wurde mit seiner SF eher verlacht, da gründete er halt seine Sekte, wie das geht, das wußte er ja noch aus seinen Erfahrungen bei den Teufelsanbetern, deren durchgestrichenes Kreuz erinnert nicht zufällig sehr an das von der SO verwendete.
  19. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Tja, sieht so aus, als hätte Tom Cruise vergessen, dass hier die Psychiater wohnen und ihn jagen *rofl*

    Vor Europapremiere von "Operation Walküre": Tom Cruise fühlt sich wohl in Deutschland | RP ONLINE

    Ähem, von welchem Psychiater denn? War ja schienbar erfolglos, schließlich ist er noch immer im Verein. Oder sollte er etwa... Ops, das wäre aber zu schön, Tom als Spion, mal bei der Pharmaindustrie nachfragen, ob da was dran ist... Vielleicht erklärt das dann doch seine lächerlichen Aktionen...

    Wo wir bei lächerlichem sind:

    Wo man sowas findet:
    Tom Cruise: Aufregung um ?Walküre? überrascht Star - Kino & TV - FOCUS Online
    Lach mich schlapp. Bin ja ganz bestimmt kein Anonymous, aber ich finde, das sollte man harpunieren *rofl*
  20. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    BINGO! Endlich mal eine wirklich gute Rezension:

    • PROFIL Online • Filmstar Stauffenberg in Operation Walküre: Wie Hollywood die NS-Geschichte verfälscht • Chronik
    Der Autor weist darauf hin, dass Staufenberg nicht der Held war, als der er jetzt dargestellt wird.
  21. gandow Member

    Stauffenberg: Held,weil er ausstieg

    Stauffenberg ist ein Held.
    Es war einfach Nazi zu sein oder Nazi zu werden, genauso wie es heute einfach ist, Scientologe zu werden und zu bleiben.
    Der Ausstieg ist das Heldenhafte.

    Wer was anderes behauptet,
    kennt die Verführung nicht oder hatte die Gnade der späten Geburt oder das Glück, daß er an dem Body-Router vorbeikam, weil der gerade ein anderes Opfer am Wickel hatte.

    Und hier mal eine wirklich gute Filmbesprechung:

    Wuchtige Harmlosigkeit
    Berliner Zeitung 17.1.2009
    Wuchtige Harmlosigkeit : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv
    Bryan Singers Film "Operation Walküre" zeigt das Attentat vom 20. Juli 1944, aber erklärt es nicht
    Christian Bommarius

    Ein eigenwilliger Versuch, die Wirklichkeit zu verstehen, ist aus Indien überliefert: Vier blinde Männer werden zu einem Elefanten geführt und gefragt: "Was ist das?" Die Blinden tasten. Der erste, den Rüssel fühlend, sagt: "Ein Rohr." Der zweite, die Flanke fühlend: "Eine Wand." Der dritte, der auf der Höhe des Schwanzes steht: "Eine Peitsche." Der vierte, der ein Bein abgetastet hatte: "Ein Baum."

    Von dieser Methode hat sich offensichtlich der US-amerikanische Regisseur Bryan Singer inspirieren lassen, nachdem er den Vorsatz gefasst hatte, "Das Stauffenberg -Attentat" auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 als "Operation Walküre" zu verfilmen. Vermutlich hat Singer die Drehbuchautoren Christopher McQuarrie und Nathan Alexander zu sich gerufen und gefragt: "Was war das Stauffenberg-Attentat?" Und die Autoren erwiderten: "Der Tagesablauf von Stauffenbergs Morgentoilette bis zum Erschießungskommando." Dann befragte der Regisseur den Vertreter der Requisite, der erwiderte: "Das Döschen für Stauffenbergs Glasauge, Schellack-Platte mit Walküren-Ritt, Original-Fernschreiber mit authentischem Tackern." Schließlich der Mann vom Casting: "Tom Cruise."

    Entstanden ist ein Film, der alles zeigt und nichts erklärt. Er macht nichts falsch, aber der Film selbst ist falsch. Und überflüssig. Hätten sich Regisseur und Drehbuchautoren nicht nur für Tom Cruise als Claus Schenk Graf von Stauffenberg und für authentische Stiefelwichse interessiert, sondern für das Attentat, dann hätten sie zumindest auf eine Frage eine Antwort geben müssen: Worin bestand die Bedeutung des Attentats vom 20. Juli 1944 und seines Scheiterns?

    Die Antwort, die der Film verweigert, hat vor Jahren Joachim Fest in seinem Buch "Staatsstreich - Der lange Weg zum 20. Juli" gegeben. Seit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 bis zum 20. Juli 1944 hatten pro Tag allein 1 588 Deutsche ihr Leben verloren, nach dem gescheiterten Staatsstreich, der Hitler beseitigen und den längst verlorenen Krieg beenden sollte, mehr als das Zehnfache - 16 641 täglich. Stuttgart, Darmstadt, Braunschweig, Würzburg, Kiel, Hildesheim, Ulm, Mainz, Dresden und Potsdam versanken erst nach dem Attentat in Schutt und Asche. Auch der verheerendste Angriff auf Berlin fand erst Anfang 1945 statt. Die Bombenkriegsschäden des letzten Dreivierteljahres übertrafen insgesamt die Zerstörungen der voraufgegangenen 59 Monate erheblich - "nicht zu sprechen von den ungezählten Opfern sowohl der bis zuletzt weitergeführten Vernichtungspolitik des Regimes als auch des Krieges in den übrigen Ländern"
    (Joachim Fest).

    Ein erfolgreicher Staatsstreich war also die letzte Chance, den von Goebbels verkündeten und von der Mehrheit der Deutschen gewollten "totalen Krieg" im letzten Augenblick noch zu verhindern. Nichts davon erzählt der Film, nichts vom Holocaust, nichts vom Vernichtungskrieg, nichts vom Untergang des alten Europa, aber alles von den persönlichen Schicksalen Stauffenbergs und seiner Mit-Verschwörer. Und so, wie sich der Regisseur und seine Drehbuchautoren nicht für die fürchterlichen Konsequenzen des gescheiterten Staatsstreichs interessieren, so wenig betrachten sie die Herkunft der Verschwörer und deren Motive.

    Der Film zeigt nur die Tat und ihr Misslingen, nur die Täter und ihr Scheitern. Es gibt kein Davor und kein Danach. So glatt und harmlos, wie sich Tom Cruise durch die Rolle Stauffenbergs laviert, so glatt und harmlos wird Stauffenberg hier vorgeführt, ohne Ursprung, ohne Entwicklung, ohne Brüche.Er betritt diesen Film so, als hätte er das Leben selbst bereits als entschlossener Hitler-Gegner und hochmoralischer Bombenleger betreten, als Offizier im Afrika-Feldzug, der den Krieg nicht führen, sondern nur beenden will, als lebens- und todesmutiger Schwadroneur, der in der Wüstensonne lieber von Demokratie und Rechtsstaat plaudern würde, statt unter dem Himmel Tunesiens vor feindlichen Fliegern in Deckung zu gehen (dafür bezahlt er mit seiner rechten Hand, zwei Fingern seiner linken und mit einem Auge). Aber so schmalspurig, so uninteressant, so ungebrochen ist nur der Schauspieler Tom Cruise. Stauffenberg war es nicht.

    Er war nicht nur ein hochbegabter Karriere-Offizier, Jahrgangsbester in der Offiziersprüfung 1929, er war auch überzeugter Anhänger Hitlers und beteiligt an der militärischen Ausbildung der Mitglieder der Sturmabteilung (SA). Die Quellen, aus denen er seine Gesinnung bezog, waren erstens die Ereiferungen des George-Kreises, einer sektiererischen Gemeinschaft um den Dichter Stefan George, deren Mitglieder gedanklich Kaiser Friedrich Barbarossa entschieden näher standen als der Weimarer Nationalversammlung. Zweitens war es der Korps-Geist der Reichswehr - der späteren Wehrmacht -, der das Denken und Handeln Stauffenbergs lange Zeit bestimmte. Und es war der republikfeindliche, antidemokratische Korps-Geist, der die Offiziere der Wehrmacht - also auch Stauffenberg - in Wort und Tat zu willigen Handlangern Adolf Hitlers machte.

    Daraus hätte sich für den Regisseur ein interessanter Zugang zu dem späteren Geschehen ergeben können. Denn der Film beginnt mit dem Eid, den jeder Soldat der Wehmacht seit dem 2. August 1934 auf Hitler abzulegen hatte: "Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."

    Das Eingangszitat soll wohl das Zögern etlicher mit dem Widerstand sympathisierender Offiziere erklären, gegen Hitler zur Tat zu schreiten, und den verzweifelten Gedanken des bereits zur Tat entschlossenen Stauffenberg: "Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird." Die vermeintliche Unverbrüchlichkeit des Eides auf Hitler war nie mehr als eine feige Ausrede - unverbrüchlich war auch der Eid auf die Weimarer Verfassung gewesen, aber die Reichswehr-Offiziere hatten ihn ohne zu zögern gebrochen. Aber dass es Stauffenberg gelang, sich von seinem eigenen Denken zu befreien und dafür in den Tod zu gehen, mit seiner Herkunft und seiner Biografie um den höchsten Preis zu brechen, macht ihn zu einer imposanten, zu einer ungeheuren Figur.

    Mit der wuchtigen Harmlosigkeit dieser Verfilmung ist ihr jedenfalls nicht beizukommen.
  22. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Hi Herr Gandow, natürlich war Stauffenberg ein Held, das wollte ich nicht absprechen, mit "der" Held meinte ich, dass er anders war, als Cruise ihn darstellt. Er hat den Weg des 3. Reiches verlassen und sein Leben gegeben, um den Fehler auszugleichen. Damit kann sich Tom wohl kaum vergleichen, schließlich könnte dann sein Unterbewußtsein darauf deuten, dass er noch immer in der SO steckt...
    Es gab eine längere Diskussion darum, dass Tom sich als Retter empfehlen möchte, natürlich im Auftrag der SO und dank ihr mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die ein OT VII haben kann. Und da paßte der Film ja wunderbar, schließlich war in deren Logik das 3.Reich von Psychiatern angeleiert worden. Und nun kommt Tom und bombt alles weg.
    Ich denke, der Film geht nur darum, dass Tom ein Superheld ist, um mehr nicht. Wieviel der Regisseur noch mitsprechen durfte, ist die große Frage, schließlich ist Tom Cruise der Besitzer des Studios. Wes Brot ich ess, des Film ich dreh?
    Was mir besonders aufstößt, sind die Versuche von Revisionisten, den Widerstand der Oberschicht anzudichten und dabei die Arbeiterschicht ausblendet.Daß es auch bei den Adligen Widerständler gab, die alles riskierten, das will ich gar nicht bestreiten.So wie es aus allen Schichten Menschen gab, die nicht mitmachten und im großen oder kleinen Widerstand leisteten.
  23. gandow Member

    Noch eine schwerwiegende Rezension

    Tagesspiegel.de
    URL: Kino-Attentat auf Stauffenberg: Widerstand zwecklos

    ''Operation Walküre''
    Kino-Attentat auf Stauffenberg: Widerstand zwecklos
    Die Uniform sitzt korrekt, die Wahrheit leidet: Aus historischer Sicht liefert der Action-Film „Operation Walküre“ ein flaches und falsches Bild. Wer erst durch diesen Film erfährt, dass es ein "anderes Deutschland" gab, der wird auch Stauffenberg bald vergessen.

    Von Peter Steinbach und Johannes Tuchel
    20.1.2009 0:00 Uhr

    „Der Stauffenberg, allerdings, das war ein Kerl! Um den ist es beinahe schade. Welche Kaltblütigkeit, welche Intelligenz, welch eiserner Wille! Unbegreiflich, dass er sich mit dieser Garde von Trotteln umgab.“ An diese Bemerkung des „Reichspropagandaministers“ Joseph Goebbels fühlten wir uns erinnert, als wir „Operation Walküre“ sahen.

    Es war gewiss zu hoch gegriffen, als behauptet wurde, „Deutschlands Hoffnung heißt Tom Cruise“, als man verkündete, der Film werde „das Bild von Deutschland in der Welt auf Jahrzehnte prägen“. Inzwischen stellt Regisseur Bryan Singer klar, er habe „keine Filmbiografie über Stauffenberg, sondern einen Verschwörungs Thriller mit real existierenden Figuren und Geschehnissen“ machen wollen, „keine historische Abhandlung über Stauffenberg“, sondern Unterhaltung. Wenn Hauptdarsteller Tom Cruise betont, für ihn gebe es „nichts Tolleres, als sich so ein Thema zu nehmen und es dem Publikum als aufregendes, kommerzielles Spektakel zu präsentieren“, dann ist er viel ehrlicher als mancher Feuilletonist, der uns einreden will, ein filmisches Kunstwerk sei entstanden. Argumentiert wurde, nun werde die Welt das „andere Deutschland“ wahrnehmen, dass Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete. Als habe es keinen Elser-Film, keine Filme über die Weiße Rose, über Oskar Schindler oder gar über Stauffenberg selbst gegeben.

    Es ist nur in Maßen tröstlich, dass dieser Film lediglich ein Thriller sein soll. Denn es sind ganz andere Erwartungen und Qualitätsmaßstäbe artikuliert worden. Der wissenschaftliche Berater des Films behauptet, dieser sei richtig (true) und genau (accurate). Wie kommt er angesichts der historischen Fehler im Film zu diesem Urteil? Es wird suggeriert, „Operation Walküre“ vermittle ein authentisches und genaues Bild Stauffenbergs und seiner Tat. Ist Olbricht wirklich der verantwortungslos verkrampfte, gelähmte Militärbürokrat, hat Stauffenberg wirklich sein Glasauge in ein Trinkglas geschmissen, fanden entscheidende Gespräche über die Kappung der Nachrichtenverbindungen zum „Führerhauptquartier“ in einer Herrentoilette statt?

    Die Konstruktion des Thrillers führt allerdings im Bemühen um ein historisch zutreffendes Bild von Stauffenberg zu einem weitaus schwerwiegenderen Dilemma. Sie bedingt, dass alles auf die Hauptperson zugeschnitten ist. Der Held treibt die Entwicklung voran und steht im Zentrum aller Ereignisse. Über die Entwicklung Stauffenbergs vom Befürworter der nationalsozialistischen Politik zum Kritiker und schließlich zum unbedingten Gegner Hitlers erfahren wir nichts. Eine offensichtlich später hinzugefügte Anfangsszene bündelt Stauffenbergs Motive in einer fiktiven Tagebuchnotiz – mehr nicht. Kein Wort darüber, wie Stauffenberg nach ihn herausfordernden Erfahrungen, nach der Kenntnis von nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, eigene Positionen überwunden und verändert hat und was ihn befähigte, sich von den Zwängen, Traditionen und Sogströmungen seiner Zeit zu entfernen und konsequent gegen die Diktatur zu wenden.

    Unter den militärischen Verschwörern ragen im Film Henning von Tresckow und Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim hervor. Die anderen müssen immer wieder von Stauffenberg überzeugt und mitgerissen werden. Friedrich Olbricht, der eigentliche Schöpfer des Umsturzplans Walküre, wird als Zauderer dargestellt; General Erich Fellgiebel muss von Stauffenberg fast zur Teilnahme am Umsturzversuch gepresst werden. Ein Antreibender, viele Angetriebene – dies hat nichts mit der Realität des Umsturzversuches vom Sommer 1944 zu tun. Die Offiziere, die sich zum Handeln entschlossen hatten, taten dies aus eigenem Antrieb, weil sie – ebenso wie Stauffenberg – dem verbrecherischen Regime nicht mehr folgen wollten.

    Was war das Besondere am deutschen militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus? Die beteiligten Offiziere mussten nicht nur viele Positionen überwinden, die sie zunächst mehr oder minder mit den Nationalsozialisten geteilt hatten, sondern sie akzeptierten auch aus freier Entscheidung, dass die bewaffnete Macht sich dem Primat der Politik unterwarf. Die Attentäter planten keinen Militärputsch, sondern bereiteten den Umsturz des Regimes vor. Dieses Ziel hätten sie ohne die Zusammenarbeit mit zivilen Widerstandskreisen nicht erreichen können. Davon ist im Film wenig zu sehen.

    Als Stauffenberg in einem Treffen mit den Köpfen der zivilen Gruppen die Frage nach den Zielen des Umsturzversuches stellt, erhält er im Film keine Antwort. Dabei waren entscheidende Fragen über das Danach längst, seit 1938/1939, diskutiert und weitgehend geklärt worden. Die zaudernden und zagenden Männer, denen Stauffenberg gegenübersteht, schweigen und weichen aus – im Film, nicht in der Wirklichkeit. Es ist unwürdig, Carl Goerdeler zu zeichnen, als sei er damals schon ein Mensch von gestern gewesen. Diese zerstrittenen Greise, ein Herrenclub, der angeblich regelmäßig in großer Runde tagte, so mag sich mancher Betrachter fragen, hätte das andere Deutschland verkörpern und realisieren sollen?

    Galt Stauffenberg in den fünfziger Jahren noch vielfach als Verräter, so wurde seine Tat seit den Sechzigern als stellvertretendes Handeln für alle Regimegegner gedeutet, die auf seinen Erfolg setzen mussten und deshalb wie sein Kreis zu den politisch Gescheiterten des 20. Juli gehörten. Die militärische Opposition von den zivilen Gruppen zu trennen, ist ein Rückfall in längst überwundene Geschichtsbilder. So zu tun, als hätten die Verschwörer nicht nur gegen Hitler handeln müssen, sondern auch Widerstände der Zivilisten zu überwinden gehabt, das verstellt den Blick auf das Besondere des Kampfs gegen den Nationalsozialismus und lenkt ab von den wirklichen Versagern: der hohen Generalität, die treu zu Hitlers Fahne stand – bis zum 8. Mai 1945 und sogar noch darüber hinaus.

    Tatsächlich setzte Stauffenberg auf Männer wie Leber, Reichwein und Leuschner, denn er wusste: Aus dem Widerstand ohne Volk kann nur mit diesen ein Widerstand aus dem Volk werden. Im Film steht Stauffenberg alles fast allein durch. So setzt sich die Dramaturgie Hollywoods durch. Weil Stauffenberg in Wirklichkeit keinen Militärputsch, sondern einen Umsturz plante, wollte er militärische Möglichkeiten nur nutzen, um einer neuen Regierung politische Spielräume zu schaffen. Der Innen- und Wehrpolitiker Julius Leber, der Außenpolitiker Adam von Trott, der Völkerrechtler Helmuth James Graf von Moltke – sie waren Herz und Kopf des Widerstands, was Stauffenberg anerkannte. Sie hatten ein Konzept für die Zeit nach dem Umsturz: Völkermord und Krieg beenden und den Rechtsstaat wiederherstellen.

    Deshalb muss die Kritik am Film grundsätzlicher ansetzen. Er sollte nicht nur daran gemessen werden, ob die Folie zeitgeschichtlicher Aura angemessen entfaltet ist. Historische Realität erschöpft sich nicht in korrekt sitzenden Uniformen und in der Nutzung historischer Schauplätze. Im Gegenteil: Der Film vernachlässigt die Motive, Dimensionen, Vielfalt, Dynamik und auch Widersprüchlichkeit des Widerstands in gradueller Steigerung und zeitlicher Entwicklung – eine dramatische Geschichte wird im Ergebnis fast bis zur Unkenntlichkeit reduziert.

    Der Zuschauer bekommt nicht mehr als einen professionell gemachten Hollywood-Film, der die alte Geschichte des Kampfs zwischen Gut und Böse schildert, der „Helden“ und „Schurken“ kennt. Wer erst durch diesen Film erfährt, dass es ein „anderes Deutschland“ gab, der wird auch Stauffenberg bald vergessen. Deshalb wird „Operation Walküre“ weder das Bild Deutschlands im Ausland grundlegend wandeln, noch die Erinnerung an den Widerstand auf Jahrzehnte prägen.

    Die Verfasser leiten die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.
  24. Apotheker Member

  25. Apotheker Member

  26. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    In Russland fand Tommilein nicht so viel Anklang:
    www.nq-online.de - Cruise präsentiert «Operation Walküre» in Russland
    Cruise präsentiert «Operation Walküre» in Russland - sueddeutsche.de

    Die russen werden mir immer sympathischer, nicht nur, dass die der SO zeigen, wo der Hammer hängt, nö, die lassen sich nicht mal vom Pathos anstecken:

    приветствия to the russian friends!
  27. Apotheker Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Doppelreiter
  28. Rheinländer Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

    Quelle: Charts-Surfer: Suchergebnis

    Das klingt nicht unbedingt nach einem erfolgreichen Film. Wenn man daran denkt, dass in Deutschland 100.000 Scientologen leben, die alle sicher zwei bis dreimal drin waren, ging kaum ein normaler Mensch rein. *lol*
  29. Battletoads Member

    Re: Die Walküre reitet ins lächerliche!

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