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Sammelband zum Urheberrecht

Discussion in 'Deutschland' started by Privatsprache, Nov 23, 2012.

Thread Status:
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  1. Privatsprache Member

    Hallo Zusammen,

    ich heiße Daniel und ich bin gerade dabei, einen Buch zum Urheberrecht als E-Book herauszugeben. Da würde ich gerne auch "die" Position von Anonymous präsentieren. Und da ich bei einem Kollektiv mit Meinungspluralität nicht eine Einzelperson fragen kann, dachte ich mir, ich gehe diesen Weg und stelle hier Interviewfragen, die das Kollektiv dann diskutieren und beantworten kann.

    Hat jemand was dagegen? Ich kann euch auf alle Fälle versichern, dass ich eure Position nicht so unreflektiert verreißen werde, wie es oft in der Mainstreampresse passiert. Ich werde auch meinen fertigen Artikel hier einstellen, sodass ihr lesen könnt, dass ich euch nichts falsches in den Mund lege. Auf der anderen Seite werde ich aber auch kritisch nachfragen und -haken.

    Glaubt ihr, dass dieses Vorgehen in Ordnung ist, oder gibt es prinzipielle Gründe, die dagegen sprechen? Falls jemand Einwände hat, nur raus damit, falls nicht würde ich dann in medias res gehen und konkrete Fragen stellen...
  2. Honigdachs Member

    Innerhalb von Anonymous findet sich ein wahrer Regenbogen an Meinungen über das Urheberrecht, von der kompletten Abschaffung bis hin zu einer "blossen" Reform.

    Ich denke der Großteil würde der Aussage zustimmen: So wie es jetzt ist kann es nicht bleiben.
  3. Krautfag Member

    Hallo Daniel,

    danke für die ausführliche Vorstellung, ist ja leider bei vielen Kollegen der schreibenden Zunft, die hier mitunter aufschlagen, nicht selbstverständlich.

    Ich persönlich hätte nichts drum, ein wenig UrhG zu diskutieren, bin aber erstaunt, daß du uns fragen willst, weil es wie Honeybadger schon sagt, hier vermutlich das ganze Spektrum an Ansichten geben wird.
  4. Privatsprache Member

    Aber ist dieser Regenbogen nicht auch genau das, was Anonymous ausmacht? Klar kann ich irgendjemanden finden, der irgendetwas sagt und dann behauptet, er spreche für Anomynous. Aber, was dabei herauskommt sind dann so Aktionen wie bei "Wir sind die Urheber", wo dann durch alle großen Medien die Nachricht tickert, Anomynous stellt Urheber an den Prnager.

    Mein Ziel ist es gerade ein differenzierteres Bild zu zeichnen, um klarzumachen, dass Anonymus keine einzelne Position vertritt, sondern dass Entscheidungsfindungsprozesse ablaufen und kontroverse Positionen vertreten werden.
  5. Anonymous Member

    Meiner Meinung nach ist das Urheberrecht zu einem Repressionsinstrument geworden, und muss weg.
    Gesehen haben wir das ja schon im Rahmen des Aktivismus hier, Scientology kritische Medien werden mit falschen DMCA Claims überzogen, online gestellte Materialien die die barbarischen Zustände belegen werden offline geklagt.

    Im weiteren Umfeld sehen wir ähnliche Entwicklungen. Wenn ich mir ein Fahrrad kaufe kann ich das auch dazu benutzen eine Töpferscheibe anzutreiben, oder strom zu machen oder kanns zersägen.

    Kaufe ich mir eine Playstation und versuche mit MEINER Playstation dinge zu tun die der Hersteller nicht vorgesehen hat, durchsucht die Polizei mein Haus. - Urheberrechtsverletzung!

    das MUSS weg.
  6. Privatsprache Member

    Sascha Lobo charakterisierte vor nicht allzu langer Zeit in wir.müssen reden das Urheberrecht als Recht des Schwächeren. Also als Recht, dass den Künstler davor schützt, von Großkonzernen ausgebeutet zu werden.

    Wenn entsprechend das Urheberrecht abgeschafft würde, glaubt ihr dann nicht, dass dann zwar Inhalte im Netz kostenlos zur Verfügung stünden, aber im gleichen Augenblick die Hardwareproduzenten die Preise in die Höhe treiben würden und die Telekommunikationskonzerne die Anschlüsse extrem verteuern würden, sodass nur eine Umverteilung stattfinden würde von den Urheberrechteinhabern hin zu multinationalen Konzernen?
  7. Anonymous Member

    Das ist doch schon so.
    oder wie nennt man die in den Lobbygesellschaften MPAA/RIAA organisierten Unternehmen?
    Oder nehmen wir SONY um Konkret ein unternehmen zu nennen.

    Warum sollten Hardwarefirmen Preise erhöhen, das erschließt sich mir nicht... oder die Telcos?
    Die Telcos fahren doch eine andere Schiene, die sagen doch das Urheberrecht ist uns egal, wir chargen jetzt für einzelne Services und machen das dann teurer.
    Siehe Telekom 9,90 Extra für Mobiles Voice over IP. Das war mit UMTS noch umsonst dabei.
    Das hat nichte mit Urheberrecht zu tun.
  8. Anonymous Member

    Die Verlage und die GEMA, die ganz ganz schwachen...
  9. Privatsprache Member

    Ich glaube jeder würde unterschreiben (vielleicht außer der GEMA), dass das Urheberrecht reformbedürtig ist. Aber, außer der Gema gibt es ja noch den kleinen Künstler, der im Kämmerchen ein Werk geschaffen hat und dieses nun verkaufen möchte und bislang ja auch noch davon leben kann.

    Wenn das Urheberrecht nun abgeschafft ist, kann er das nicht mehr, da es ja jeder beliebig kopieren kann. Glaubst du nicht, dass bspw. Amazon in dem Moment, wo ihr E-Book-Markt nichts mehr wert ist, nicht einfach die PReise für die Kindles gewaltig anzieht?

    Der kleine Künstler würde somit gar nichts mehr bekommen (im Augenblick bekommt er trotz aller Missstände ja etwas) und zugleich würden die großen Konzerne weiter fett Kohle machen.

    Meine Frage also: würde die Abschaffung des Urheberrechts nicht zu noch mehr Ungerechtigkeit führen?
    -
  10. Honigdachs Member

    Ich denke dass die Creative Commons initiative extrem vielversprechend ist.
    Am ende liegt es an uns Lizenzmodelle zu verwenden die eben die Nutzung erlauben, so wie wir Inhalte von anderen nutzen möchten.
    Dafür muss aber das Urheberrecht Reformiert werden.
    Genauso die Gemavermutung und der Gesamtvertretungsanspruch ist extrem problematisch und laufen diesen Forderungen entgegen. Hier ist dringend Veränderungsbedarf.

    Die Gängelungen durch die Rechtemafia müssen aufhören, dafür lieber einen "Gemeinschaftlichen Kulturbeitrag" um freiere Nutzung und vorallem Remix möglich zu machen.

    Zu Sascha Lobo:
    Nein ich teile diese Meinung nicht, der schwache (normale) Urheber von nebenan kann seine Rechte nicht einfordern, oder durchsetzen das können nur starke Entitäten zu denen dem einfachen Fotografen/Musiker/Filmer der Weg nicht offen steht.
    Ich halte seine Aussage für Wunschdenken.

    Edit:
    Ich sage das, denn wir haben das in unserem privaten Kleinkrieg gegen die falschen DCMA Claims versucht. Aber dazu muss man in Vorlage treten, für einen Anwalt oder für die Mitgliedschaft in Content Drückerbanden (Gema etc.) nur dafür Recht zu bekommen,
    was in einem riesigen Kostenberg endet.
    Da es sich nicht um im kommerziellen Interesse Produzierte Werke handelt werden also nur Kosten und keine Einnahmen generiert (wie bei fast jedem Foto oder Blogtext).
    Also, das Urheberrecht ist das Recht des stärkeren.
  11. Krautfag Member

    Ganz grundsätzlich, Eisenhower ist ein Idiot. Ich weigere mich, auch nur eine Sekunde meiner Zeit auf irgendwas zu verschwenden, was der von sich gibt.
    Unsinn. Telcos und Hardwareproduzenten sind in hartem Konkurrenzkampf, so wie es sein soll. Im Gegenteil würde Hardware sogar billiger, wenn VG Wort und GEMA nicht immer noch ihr Pfund Fleisch bekämen.
    Wieder: Unsinn. Soooo gewaltig subventioniert ist der Kindle auch wieder nicht, wenn man sich die Preise für die Konkurrenzprodukte ansieht.
    Und natürlich müssen die Urheber auch weiterhin von ihren Produkten leben können. Es ist allerdings nicht einzusehen, daß man einmal einen Hit schreibt und hinfort sorgenfrei im Reichtum lebt, das ist schlicht unverhältnismmäßig. Und es ist auch nicht einzusehen, daß Leute die nichts geschaffen haben, vom Urheberrecht leben; die Contentverwerter, die mit Kapital Rechte gekauft, gerne auch mal auch Künstler übervorteilt haben, warum die mit absonderlichen Privilegien aus einem besonderen Recht für Kreative geschützt werden, ist nicht einzusehen.

    Meine Lieblingsidee was die Reform des UrhG angeht, ist die Aufsplittung des Werkes in den Idee-Teil, also das tatsächlich kreativ erschaffene script, die Komposition an sich etc, und einen Manifestationsteil, das eher handwerkliche Spielen einer Melodie, in Szene setzen eines Stückes etc.

    Der Idee-Teil ist geschützt wie bisher, 30 Jahre Urheberrecht ab Eintrag (allerdings nicht übertragbar, weder durch Verkauf noch durch Erbe noch sonstwie, wenn Erschaffer tot, dann Rechte frei), die Manifestation und deren Aufzeichnungen sind nach Erstveröffentlichung 3 Jahre geschützt, dann sind in der Regel 3 Verwertungszyklen rum, und die Manifestation samt Aufzeichungen geht in Public Domain.

    Wenn dann weiterkassiert werden soll, muß sich jemand auf den Arsch setzen und tatsächlich was arbeiten, i.e. die Komposition neu arrangieren und aufnehmen, den Film neu schneiden und so weiter. Muß natürlich der Urheber zustimmen und bezahlt werden, kommt also der Künstler zu seinem Recht.

    Aber den Verbraucher mit jedem CD-/DVD-Kauf in einen unbegrenzten Lizenzvertrag zu zwingen, ihm den Wiederverkauf seiner erworbenen CD/DVD verbieten, ihm irgendwelche, den Contentverwerten angenehme, Gerichtsstände aufzunötigen und was es alles noch für Unverschämtheiten gibt, das muß ein Ende haben, ebenso wie das unbegrenzte Kassieren für irgendwas, was Paul McCartney mal vor 50 Jahren in ein Mikrofon gesungen hat.
  12. Privatsprache Member

    Vielen Dank schon mal für die ausführlichen Antworten. Meine nächste Frage (und ich stelle mich absichtlich doof):

    Im Streit zwischen der GEMA und YouTube hat sich Anonymous klar pro YouTube positioniert. Warum?
    Macht sich damit Anonymous nicht zu einem Lobbyisten für Google?
    Ist der Streit nicht einfach ein Vertragsstreit zwischen zwei Parteien und da sie zu keinem Ergebnis gekommen sind, gibt es die Videos halt einfach nicht auf YouTube?
    Beispiel: Auf dem Wochenmarkt feilschen der Obstbauer und der Schulkoch um den Preis für Äpfel, der Bauer fordert einen zu hohen Preis, also geht der Schulkoch eben zu einem anderen Stand. Ist es mit GEMA und YouTube nicht das gleiche?
    Warum soll man deshalb gegen die GEMA protestieren?
  13. Anonymous Member

    Das ist relativ einfach.
    Anonymous benutzt youtube für seine Aktivismus arbeit.
    Die amerikanischen DCMA Claims die vor den Gema sperren kamen wurden von Scientology eingesetzt um Anonymous Videos aufgrund von vorgespielten Urheberrechtsverletzungen Offline nehmen zu lassen, und zusätzlich durch die ungerechtfertigten Claims gegenclaims zu provozieren, und die persönlichen Daten der Uploader zu erpressen.
    So gehen totalitäre Organisationen vor, und Scientology sind nicht die einzigen.
    Copyright Missbrauch ist somit einerder größten Feinde des freien Informationsaustausches im internet.

    Die Gemasperren treffen allzuoft videos die Anonymous angefertigt hat und die durch Remix bestehender Musik und Bilder einen größeren oder kleineren Mehrwert haben und für den Aktivismus eine unersetzbare Rolle spielen.

    Google und die Gema sind beides profitorientierte Unternehmen, aber Google/Youtube ist für Anonymous und den betriebenen Aktivismus deutlich wichtiger,als eine überholte, überteuerte Lobby Geldverteilungsmaschine der Rechtemafia.
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  14. Krautfag Member

    Wenn's nen anderen Bauern gäbe.
    Um im Bild zu bleiben ists eine Genossenschaft, die ein Monopol auf ALLE landwirtschaftlichen Waren im ganzen Land hat, dafür Preise nach Gutdünken festsetzt und Gift auf die Äpfel streut, die man eventuell aus dem Ausland bezieht. Genug Geld für die Forderungen nimmt der Schulkoch nicht ein, also gibts keine Äpfel, also protestieren die Kinder mit Recht.

    0,006 € pro Aufruf. Das ist schlicht eine Unverfrorenheit, wie sie nur ein gesetzlich gestütztes Monopol zustande bringen kann.

    Und davon rückt die GEMA nicht ab. Infolgedessen kriegen weder die Künstler Geld noch kann irgendwer Musikvideos anschauen (mit deutscher IP).
    Weder wird also die GEMA ihrem Vertretungsauftrag gerecht, noch kann der deutsche Verbraucher konsumieren, einfach aus Gier und Uneinsichtigkeit von Funktionären, bei denen man sowieso mal prüfen müßte, wie sie an den job gekommen sind.

    Und da soll man nicht protestieren? Die Bude gehört komplett abgeschafft. Punkt.
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  15. Privatsprache Member

    @Anonymous könntest du das

    näher erläutern?
  16. Privatsprache Member

    @Honigdachs


    Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht ganz. CC gibt es ja bereits und mit ihnen andere Möglichkeiten der Lizensierung. Warum bedarf es dafür einer Reform des Urheberrechts?
  17. Anonymous Member

    Meine Meinung zu Meinungen zum Urheberrecht: irrelevant. Warum?

    Durch die Technologie die dem aktuellen Internet zugrunde liegt, wird es niemals "sicher" vor Manipulation und Anonymität sein. Es wurde amerikanisch schlampig und nicht für die Zwecke entworfen, zu denen es heute benutzt wird. Alle Sicherheitsvorkehrungen die getroffen werden (können) sind lediglich kosmetische aber keine infrastrukturellen Korrekturen mit äußerst temporärer Wirkung. Alternative wäre eine Neugestaltung sämtlicher Protokolle. Bisher scheint eine solche aber nicht anzustehen und die Kosten für eine Umstellung wären erheblich. Zudem ist die Internet-Sicherheitskosmetik ein sehr erträgliches Geschäft für viele ;)

    Daraus folgt, dass es nicht gelingen wird kopierbare Inhalte vor ihrer Verbreitung zu schützen. Daraus folgt, dass das Urheberrecht sich anpassen muss, unabhängig davon welche Meinung Künstler, die Gema oder Anonymous dazu haben mögen.

    Ein sinnvoller Ansatz wäre - wie beim privaten Rundfunk - der werbefinanzierte. Künstler stellen ihre Werke online und lassen sich die Klicks von werbetreibenden Unternehmen bezahlen.

    Anderer Aspekt: gibt es nicht inzwischen Hinweise darauf, dass die Verfügbarkeit illegaler Kopien bestimmter Werke, die Kaufbereitschaft gerade für diese Werke erhöht?


    Ceterum censeo Palaestina est liberandus.
  18. Privatsprache Member

    @Krautfag: hast du zufällig noch den Link für das SpOn-Zitat?
  19. Krautfag Member

  20. Anonymous Member

    Weil künstler zum Beispiel ihr Werk so nicht lizensieren können wenn sie von der GEMA vertreten werden nichtmal teilweise, un die GEMA trotzdem Gebühren für CC Inhalte kassiert.

    Schön das es diese Lizenzmodelle gibt, aber das deutsche Urheberrecht kollidiert mit ihnen.
    Diese ganze Gängelung muss weg.
  21. Anonymous Member

    Vollmongo!
  22. Anonymous Member

    Google: Hausdurchsuchung Linux PS3

    http://www.golem.de/1104/83097.html

    • Like Like x 1
  23. Privatsprache Member

    Hallo Zusammen,

    sorry, ich war beruflich zu eingespannt und kam lange nicht dazu hier reinzuschauen...

    Das ist doch eine Top-Überleitung zu ACTA. Anonymous hat sich klar gegen ACTA positioniert und war bei den Protestaktionen immer stark vertreten..

    Wieder ganz dumm gefragt: Was ist denn so schlecht an ACTA? Man könnte doch sagen - alle reden über das Urheberrecht, die tun etwas... Was genau stört euch an dem Abkommen?
  24. Krautfag Member

    Internet kappen geht gar nicht (3-strikes-Regel)
    Urheberrecht auf generische Medikamente auszudehnen, ist unmenschlich (und ich glaube, das war, was die meisten empört hat).
    Juristische Gleichschaltung verschiedener Rechtssysteme nach US-Vorbild.
    Internationales Verbot von Programmen, die zum Kopieren/Cracken/Back-Engineering genutzt werden können
    Internationale Festschreibung von DRM.

    Die Liste geht beliebig weiter.
  25. Privatsprache Member

    Gegen die Kampagne "Wir sind die Urheber", gab es eine Aktion, bei der die Adressdaten der "Wir sind die Urheber"-Mitzeichner auf Pastebin veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung erfolgte im Namen von Anonymous. Wie steht ihr dazu? Ist das ein legitimes Mittel des Protestes oder geht es in diesem Fall nicht nur darum die Gegenseite mundtot zu machen?
  26. Krautfag Member

    Die einen haben Millionen Euros für Lobbyarbeit und PR, die anderen haben Pastebin.
    Und ganz ehrlich, wenn man seinen Namen öffentlich unter eine PR-Kampagne setzt - womöglich noch für Kohle - und seinen Kopf aus dem Fenster steckt, darf man sich nicht beschweren, wenn der Wind weht.
    Von wegen, mundtot machen, mit Verlaub, das ist eine Argumentation der betroffenen Seite. Wer hindert die Unterzeichner denn, weiterhin ihre Meinung kundzutun?
  27. Anonymous Member

    ACTA et al. dient einer Gruppe von Leuten zur Sicherung von 2 Dingen: Kohle und Macht.
    Hat doch der Wiefelspütz sogar mal zugegeben. Und da wir alle Menschen sind: Wer in der Gruppe sitzt, spielt mit.
    Da sowas einzig und allein durch Einschränkung von Freiheiten geht, sind die "echten" Anons angepisst, weil sie den Gott "Was mal im Netz war, darf nicht wieder entfernt werden" verehren. Ganz allergisch reagieren sie bei Zugangsbeschränkung von bisher erreichbaren Inhalten oder offenkundiger Zensur.

    Tiefenpsychologisch wird dies als veränderte Strategie einer Bezugsperson wahrgenommen, deren Zuwendung sich bisher in der bedingungslosen Verfügbarkeit von bekannten und damit vertrauten Daten (Projektion des Wunsches einer stabilen Mutterbeziehung auf das Internet) ausdrückte. Inbesondere bei Individuen mit kritischem familiären Hintergrund können dadurch analoge frühkindlich erlebte traumatische Erfahrungen wachgerufen werden (Vater Staat vergeht sich an Mutter Internet).
    Das resultierende tiefe Misstrauen spiegelt sich in erhöhter Reflexionsarbeit und -fähigkeit wider, was letztlich eine kritische Hinterfragung jeglicher von Vater Staat (wobei hierunter der gesamte Lobby-politisch-mediale Apparat zu sehen ist) und anderen gebrauchten Abkürzungen zur Folge hat (ACTA, PIPA, SOPA, GEMA, FIFA, LIFO, LMFAO, NATO etc.).

    Wikipedia ist übrigens dein Freund.
    Allerdings ist ein paar Seiten zur französischen Revolution durchlesen und erkennen, dass wichtige Forderungen von damals immer noch nicht umgesetzt sind und sich manche Formulierungen des Staates (damals Terror-, heute Kontroll-) frappierend ähneln - recht befremdlich.
  28. Krautfag Member

    ^^^^ Gutes posting, aber
    [IMG]

    Srsly, Überinterpretation lauert überall.
  29. Privatsprache Member

    Aber stößt das nicht ins selbe Horn wie dieser Pornopranger einer Abmahnkanzlei, Klarnamenverpflichtungen auf Facebook, die auch gerne von diversen Politikern fürs gesamte Internet gefordert werden? Nach dem Motto: sag du gerne deine Meinung, aber wir wissen wer du bist und wo wir dich finden?
  30. Privatsprache Member

    Ich stelle diese Fragen nicht, weil ich die Antworten darauf nicht kenne, sondern weil ich eure spezifische Sichtweise darauf kennenlernen will ;-)
  31. Krautfag Member

    Nit immer ganz so dumm stellen.
    Es ist dann doch ein ganz fundamentaler Unterschied, ob einer seinen Klarnamen für eine öffentliche, politische Lobby-Aktion hergibt, die massiv mit Geld durch die sämtliche medien geschoben wird oder ob Privatmenschen private Auseinandersetzungen mit Firmen haben. Kann man doch überhaupt nicht vergleichen.
  32. Anonymous Member

    Das was facvebook da als klarnamen pflicht macht ist ja auch illegal.
    http://www.golem.de/news/abschaffun...acebook-noch-zwei-wochen-zeit-1212-96410.html

    und Pornopranger war ja ein schnellschuss (in offen).

    Aber bei so einer Lobbysache wie "Wir sind die Urheber"
    mit macht mit Namen.
    Ist es doch interessant für den zahlenden Kunden ob er jemanden unterstütz der für Netz-Zensur ist, um sein veraltest Geschäftsmodell zu erhalten.
  33. Anonymous Member

    Zum Thema Kunst und Copyright darf ich mal dezent darauf hinweisen, dass es im christlichen Abendland früher üblich und befruchtend war, sich andere Künstler anzuschauen. Das fand auch niemand anstössig, im Gegenteil wurde mit dem Verarbeiten eines musikalischen Themas dem Urheber gehuldigt.
    - BWV 592-596: J.S. Bach's Orgelkonzerte nach Antonio Vivaldi bzw. Johann Ernst von Sachsen-Weimar
    - Reger Phantasie und Fuge über B-A-C-H
    - Bei Kontrafakturen wurden existierende Melodien einfach kopiert

    Ist nicht vergleichbar, weil andere Zeiten? Korrekt - daher sollte als erster der unsäglichen Verwertungsindustrie an den Kragen gehen. Die schränken die Vielfalt ein und führen zu einem kulturellen Bottleneck.
  34. Privatsprache Member

    Okay, aber das war ja schon gewährleistet dadurch, dass die Autoren Ihren Klarnamen verwendeten, ich verstehe nicht, wieso man obendrein noch deren Adressen braucht...
    Warum bedurfte es dieses Druckmittels? "Weil die eine Lobby sind", erschließt sich mir nicht ganz.

    Zudem: glaubt ihr nicht, dass die Aktion kontraproduktiv war, denn die "Urheber" hatte ja eine gewaltig schlechte Presse aufgrund ihres sehr vereinfachenden Textes. Nachdem dann aber die Pastebinliste offen war, waren die Schlagzeilen plötzlich nur noch "Anonymous bedroht Urheber"...
  35. Krautfag Member

    Dann mußt du noch ein bißchen drüber nachdenken :p

    Und mit Verlaub, die Adressen waren ja eh samt und sonders aus dem normalen Netz verfügbar, da war nix gehackt oder so, nur zusammengestellt. Warum reitest du denn so intensiv auf dieser eher banalen Nummer herum?

    Und?
  36. Anonymous Member

    Mir ist diese Aktion nicht bekannt und sie ist nicht in meinem Namen durchgeführt worden. Es ist auch problematisch, sie als "im Namen von Anonymous durchgeführt" zu bezeichnen. Aber das ist Dir ja sicherlich klar.
    Wenn es sich um öffentlich zugängliche Daten handelt, sehe ich nicht, wieso es schlimm sein sollte sie zusammenzustellen. Ich persönlich würde das aber nicht tun, weil ich keinen Nutzen darin erkennen kann. Es würde mir auch schon genügen zu wissen, welche Namen hinter Lobbygruppen stehen, die unsere Politiker "beraten". Solange ich noch andere Möglichkeiten habe, Personen zu kontaktieren oder bei Bedarf anzuzeigen, brauche ich keine Postadresse.

    Und nicht vergessen, dass es auch noch die Möglichkeit gibt, dass die betreffende oder verwandte Lobbygruppe selbst die Daten zusammengestellt und "unter Anonymous" veröffentlicht haben kann. Sowas macht die Polizei nachweislich bei Demos mit Agents provocateurs und das ist im Netz ja auch nichts Neues. Dein Herumreiten auf dem Punkt (hast Du eigentlich noch andere Fragen?) hat mich drauf gebracht.
  37. Privatsprache Member

    Frohes neues Jahr, werte Anons!

    Mir haben die Antworten halt nicht gereicht. Ich hatte ja angekündigt, auch kritisch nachzuhaken.

    Die Frage die da prinzipiell dahinter steht, ist: welche Zielsetzungen haben Anonymous-Aktionen? Zielen sie auf eine Öffentlichkeit, die Druck erzeugen kann, wie es bei Acta gelang, sind sie symbolisch gemeint? Sollen sie den "Mächtigen" Angst machen, oder welche Zielsetzung verfolgt ihr?

    Ist das nicht ein Grundkonflikt, der schon in der Idee von Anonymous drin steckt? Letztlich lebt ein loses Kollektiv von Einzel- oder Gruppenaktionen, die dann natürlich immer im Namen von A. ausgeführt werden. Ihr könnt ja nicht jedes Mal jeden fragen, der sich irgendwie zugehörig fühlt. Andererseits beinhalten solche Aktionen dann doch auch immer die Gefahr, dass sie von anderen Anons abgelehnt werden.

    Außerdem noch: Im Dezember 2011 rief ein Anon erfolgreich zu Denial-of-Service-Attacken gegen die GEMA auf. Natürlich stellt sich hier wieder das Problem, dass Ihr nicht für andere sprechen könnt, aber vielleicht kann mir dennoch jemand antworten:

    1. Was ist den eigentlich eine Denial-of-Service-Attacke?
    2. Warum wurde die GEMA attackiert? Wegen YouTubes? Oder gab es weitere Gründe? (Das seit ihr schon teilweise drauf eingegangen, trotzdem würde mich das noch einmal interessieren, damit ich in bezug auf diese Aktion was schreiben kann, ohne eure Worte zu verdrehen)
    3. Warum die Webseite der GEMA? Wen interessiert die denn? War das rein symbolisch? Oder weil es keine andere Möglichkeit gibt sich gegen die GEMA zu wehren? Oder sonst ein Grund?
  38. Honigdachs Member

    1. Was ist den eigentlich eine Denial-of-Service-Attacke?
    guckst du hier:
    http://dnathe4th.porfusion.com/partyvan/07-31-08/index.php/Denial_of_Service_Methods.html
    einfach und mit Bildern

    04lx8.gif

    2. Warum wurde die GEMA attackiert?
    Dafür hatte jeder seine eigenen Gründe, aber ich denke Sperrung von Internetinhalten ist ein ganz großes NO GO wenns um Anonymous geht. Gerade Sperrung von Internet Inhalten aus Copyright gründen ist noch ein größeres NO GO.
    Nicht nur weil Scientology diese Methode benutzt hat um die Wahrheit über das Menschenverachtende extrem pofitorientierte Pyramidensystem nicht ans Licht kommen zu lassen, oder um um an persönliche Daten zu gelangen.
    Solche Methoden werden mit großer Vorliebe von von Extremisten benutzt denen die Argumente für die eigene Position/Existenz ausgegangen sind, Sekten und Kulte wie auch die Kreationisten, totalitäre Organisationen und Regime und die Gema.
    Siehe auch Thunderf00ts DMCA Probleme http://www.youtube.com/playlist?list=PL4244972AB1AAE8C9

    Damit hat die GEMA auch ganz klar alle die Kreativen verärgert die Remixen, Derivat Works schaffen, und die offene Kultur des Internets mit Füssen getreten.

    3. Warum die Webseite der GEMA?
    Weil mans kann ohne den elterlichen Keller zu verlassen. Und weil es das Symbol/Schaufenster/Firmenschild der Gema ist. Und weil es keinem schadet.
    Es ist die einfachste Möglichkeit mediales Echo für ein Problem zu generieren.
    Das das völlig scheisse lief und nicht funktionierte zeigt deine Frage 2, wäre das eine Kampagne mit Hand und Fuss gewesen müsstest du diese Frage nicht stellen.
  39. Krautfag Member

  40. Privatsprache Member

    Hallo Zusammen, ich habe mich mal hingesetzt und das hier mit euch geführte Interview in ein Stück gegossen. Wie versprochen, bekommt ihr hier euren "Korrekturabzug" um noch einmal gucken zu können, dass ich euch keine falschen Statements in den Mund lege.

    Vorneweg noch drei Hinweise meiner Lektorin:
    1.

    2.
    und 3.
    Und hier folgt das Gesamtkunstwerk. Aber vorsicht:

    tl;dr

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